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Mondiali Antirazzisti 2006
Dienstag, 11.7. (Zugfahrt)

Nach gut einem Jahr träumen und planen war es heute endlich soweit: Die Zwote reist zur antirassistischen Weltmeisterschaft nach Italien. 15 Leute fuhren per Zug nach Montecchio, 5 Leute rollten mit dem Fanprojekt-Bulli gen Süden, begleitet wurden sie von Jelka und Davut aus Dortmund.

Die Zugfahrer trafen sich pünktlich (!!) um 16.30h am Herforder Bahnhof. Mit dabei waren: Thilo, Stephan, Andy, Jannicke, Schnippel, Banjo, Carlo, Christoph, Martin, Dreier, Brenne, Herc, Basti, Joscha und Robin. Per Reginalobahn ging es nach Dortmund, wo man bereits Bier nachkaufen musste um die Vorfreude gebührend zu begießen. Gegen 19 Uhr startete dann unser Nachtzug von Dortmund nach Milano. Wir nahmen drei Abteile in Besitz, wobei auch der Gang und die Nachbarabteile nicht unbesetzt blieben. Um sich wenigstens einmal als Weltmeister zu fühlen, riefen wir bei jeder Bahnhofsdurchfahrt „Italia Italia, Campiones Campiones“. Vor allem die Mittelfinger, die einem entgegen gehalten wurden, waren sehr amüsant. So entwickelte sich eine herrliche Zugfahrt, vorbei am Rhein und der Loreley.

Das erste Ausrufezeichen der Fahrt setzte ausgerechnet Basti, der vorher noch angekündigt hatte auf der Fahrt auf jeden Fall zu lernen. Aber anstatt in seinen Bücher zu studieren, guckte er zu tief in seine Flaschen und kotzte im Karlsruher Bahnhof erst mal aus dem Fenster.
Am gleichen Bahnhof trafen wir einen Norweger und einen Amerikaner, die als Rucksacktouristen Europa erkundeten. Beide wurden direkt im Schnapsabteil aufgenommen, was für den Amerikaner allerdings zum Verhängnis wurde. Erst taumelte er eine Weile durch den Zug um klarzukommen und dann reiherte er in Basel seinen kompletten Mageninhalt auf die Schienen. Super Show! Kurz nach Basel, gegen 3 Uhr, legten sich dann fast alle pennen. Joscha und Banjo unterhielten sich noch ne Stunde begeistert auf Italienisch. Als man in der südlichen Schweiz wieder aufwachte, beigeisterte die wunderschöne Landschaft im Morgengrauen Der Zug fuhr mitten über den Luganer See, der ringsum von den Alpen umgeben war. Aber die Idylle hielt nicht lange. Im ersten italienischen Bahnhof bestiegen die Drogenfahnder samt Hunde den Nachtzug. „Prego prego, Mister mister“ schallten die hektischen Rufe durch die molligen Abteile. Kommissar Rex muss man an dieser Stelle aber ein Kompliment machen, er fand auf Anhieb den Stoff. Zum Glück beließen es die Cops nur beim Safran und nahmen keine Leute mit. So erreichten alle 15 Zwotisten gegen 8h morgens den Mailänder Hauptbahnhof. Dort wurde es zum ersten Mal chaotischer, was in diesem Fall aber ausnahmsweise nicht an uns lag. Die Italiener tauschten einfach mal einen Intercity gegen eine Regionalbahn und gaben auch nur 10 Minuten vor der Abfahrt das Gleis bekannt. Egal, irgendwie saßen wir irgendwann im richtigen Zug Richtung Parma. Dort kamen wir gegen 11h an. Eine Stunde verbrachten wir am Busbahnhof und in der Bahnhofskneipe mit lecker 0,66 Vasen um endlich einen passenden Bus zu erwischen. Leider sagten alle Busfahrer, dass erst der nächste Bus der Richtige sei (insgesamt 4 Mal passiert), so dass wir Janni anrufen mussten, der dann den Rest, der nicht mehr in den doch noch erschienenen richtigen Bus, per Bulli nach Montecchio brachte. Super auch, dass man in italienischen Bussen und Zügen anscheinend nicht bezahlen muss.

Mittwoch, 12.7. (Anreisetag)

Gegen 13.30 Uhr erreichte der bis oben hin vollgestopfte Bulli Montecchio, allerdings hatte man erhebliche Probleme das Mondiali Gelände zu finden. An einer Wegabzweigung fuhr man drei Mal hintereinander aus ideologischen Gründen lieber nach links als nach rechts. Obwohl in diesem Falle der rechte Weg der Richtige wäre. So musste man einen anderen Weg zum Gelände finden. Dieser wurde aber auch irgendwann gefunden und so konnte gegen 14.30h endlich das Zeltareal aufgebaut werden. Wie in Tirol stellten wir Fennes Pavillon hinter das Hauszelt, bei dem wir die Seitenwände hochklappten.

Daneben bauten wir unsere Schlafzelte auf. Die Sonne knallte ordentlich und man musste sich noch ein bisschen an’s trockene Klima gewöhnen. Danach hieß es erst mal das Gelände zu erkunden, sich im süffigen Fluß ein bisschen zu waschen und im Supermarkt Material zu besorgen. Abends hatten dann die meisten einen drin. Einige blieben noch unterm Pavillon um ein bisschen zu forcieren, andere guckten sich die ersten Konzerte an. Den Anfang machte eine Band mit nem Frontsänger den High-Voltage-Fenne direkt mal als ihren Bruder in 20 Jahren identifizierte. Herr Brennemann war auf Space cakes unterwegs und ward lange nicht gesehen. Parallel gabs in einem kleinen Zelt traumhafte italienische Volksmusik (Pizzicata) und Martin & Banjo gaben sich die Ehre. Als die Konzerte zu Ende waren, sammelte sich die Masse im Restaurant. Vorne wurde zu Musik getanzt, im hinteren Bereich wurde auf Tischen gesungen und gefeiert. „scheiss Polizei“ und „You’ ll never walk alone“ mit absoluter Leidenschaft. Besonders herrlich waren die kurzen Musikpausen zwischen den Liedern, bei denen auch ohne Musik weitergetanzt wurde. Traumhaft.

Cremig waren auch mal wieder Schnippel’s Alkoholspastiken, die er an zig verschiedenen Orten präsentierte. Jan, Joscha und Ingo machten es sich irgendwann unter einem Baum sehr gemütlich, Letzterer warf ganz durchdacht Banjos Gürtel in Jonas Zelt, was zu ein wenig Verwirrung führte.

Überraschenderweise herrschten in der Nacht und am Morgen angenehme Temperaturen, so dass man doch gut schlafen konnte, außerdem wurde man durch die Tifosi freundlicherweise in den Schlaf gesungen.



Donnerstag, 13.7. (1. Spieltag und Exitus)

Morgens musste man erst mal eine Runde klarkommen, waschen und ein paar Konterbier trinken. Man konnte in der Bar herrlich frühstücken und ließ sich von der Sonne brutzeln.
Um 14 Uhr hatten wir dann unser ersten WM-Spiel gegen „Outnationals St.Pauli“.
Gegen 17 Uhr folgte dann das zweite Spiel gegen die italienische Mannschaft aus Reggio Emila „Lab AQ“

Zwote – St.Pauli 1:1
Tor: Robin


Das Spiel fing für uns super an. Bereits in der ersten Spielminute gingen wir durch Robin mit 1:0 in Führung. Wir spielten danach aber nicht mutig genug und der Gegner kam zu guten Chancen, doch unser Torwart-Titan-Thilo machte alle zu Nichte. Nur ein unglücklich abgefälschter Ball konnte ihn bezwingen. Zum Schluss des Spiels hatten beide Teams noch die Möglichkeit zum Sieg. Gerechtes Unentschieden.

Zwote – LabAQ 3:3
Tore: Jonas (2), Robin

Genau wie im ersten Spiel begannen wir furios. Jonas knallte den Ball nach einer Ecke in die Maschen. Danach entwickelte sich ein schnelles, spektakuläres Match. Die Italiener konnten postwendend ausgleichen. Wir antworten mit Jonas zweitem Tor ebenfalls direkt. LabAQ glich wieder schnell aus, doch wir gingen noch vor der Pause durch Robin zum dritten Mal in Führung. In der zweiten Hälfte hatten wir mehrere super Torchancen, konnten aber leider keine verwerten. Unglückliches Unentschieden

Nach den beiden Spielen ging es direkt zum Supermarkt um sich den dritten Tag nacheinander einen reinzudonnern.

Dieses Mal sollte der erfolgreiche Exitus mit Prosecco erreicht werden, was auch vorzüglich gelang. Aber den Anfang machte Montan, der auch vor, zwischen und während den Spielen getankt hat. Als wir gemütlich lachend unterm Zelt saßen, schlief Ingo auf seinem Stuhl ein. Er muss ziemlich heiße Träume gehabt haben, denn auf seiner Stirn bildeten sich immer wieder unzählbar viele Schweißperlen. Da halfen auch seine Abwischversuche nichts. Irgendwann stand er auf, lief völlig orientierungslos durch die Gegend, und humpelte zu den Zelten der Rumänen, die 20 Meter neben uns hausten. Dort pinkelte er einfach hinter den Zelten ins Gebüsch. Unsere Nachbarn waren zu recht etwas sauer, aber wir entschuldigten uns mit einer Flasche Prosecco und Robin glaubte für dahin er sei auf Agnostiker getroffen. Damit war alles wieder im Lot und die Rumänen besuchten uns abends noch mal mit ihrer Gitarre und verlangten Wasser fürn Kaffee. Thilo war rappelvoll. Jonas, Herc & Banjo gründeten put e.V. auf der Rheumapflasterbank und Herc fand die Traumfrau. Die Jungens gingen erst mal für ne Stunde zum Duschen. Das Highlight setzte hierbei Thilo, der beim Waschen immer wieder kotzen musste, sich dabei aber überhaupt nicht von seinem Waschgang abbringen ließ. Er brach immer wieder auf den Boden, wusch sich dabei aber in aller Seelenruhe weiter seinen Körper. Genial! Währenddessen gewann Jonas den ersten „Flo-Wettbewerb“ in der Disziplin „längster Kopfstand im dickem Zustand“ vor Andy und Schnippel.
Die meisten Leute gingen jetzt aufs Gelände um mit den Menschen aus der ganzen Welt zu reden oder um sich die geilen Konzerte anzugucken und völlig abzutänzen. Janni schüttete sich tierisch einen mit den Leuten aus Manchester. Dabei traf er auch den meistgesuchten englischen Antifaschisten, der bereits mehrere Attentate überlebt hat und nie mit offenem Fenster schläft aus Angst vor Überfällen. Robin, Andy und Torben blieben recht lange am Zelt um weiterzutischen. Gegen Mitternacht machte man sich dann auch auf zu den Konzerten. Fob sah allerdings nur zehn Minuten von dem gut besuchten Konzert, da dann das Karussell samt Exitus kam. Also lieber schnell zurück zu den Zelten und auf der Wiese gepflegt pennen und brechen.



Freitag, 14.7. (Football Pause und Parade)

Wie jeden Morgen brauchten wir erst mal ein paar Bierchen zum Klarkommen. Eigentlich hätten wir um 11 Uhr unser drittes WM-Spiel gegen Burkina Faso gehabt, aber da der Gegner leider nicht angetreten ist, organisierten wir ein Freundschaftsspiel untereinander. Dabei wurden wir von St.Pauli und Italienern unterstützt. Wie hätte es bei einem Freundschaftsspiel auch anders sein sollen, das Match endete friedlich 5:5.
Brenne, Joscha & Banjo vergnügten sich schon am Vormittag mit exzessivem Tellergedrehe und lernten: „Erst Polenta, dann Mayonaise“.

Am Nachmittag besuchte man dann wie jeden Tag den Supermarkt und ließ sich anschließend gut vollaufen. Gegen 16 Uhr ging eine größere Gruppe gemeinsam mit TU in eine Pizzeria in Montecchio. Dort blieb man bei schönen „Wagenradpizzen“ für zwei Stunden im Kühlen und genoss die Minuten. Um 18 Uhr schauten wir dann mal bei den Workshops vorbei. Unter anderem gab es Diskussionen, Graffiti, Entspannungsmassage, Kino, Kickern und Jonglage.
Fenne und Fob wollten noch einen Bastel-Workshop eröffnen, doch leider scheiterte es an der Kommunikation und an der fehlenden Zeit. Brenne fand währenddessen lecker Dose mit Tripper.
Um 21.30 Uhr folgte dann der vorläufige Höhepunkt der diesjährigen Mondiali: Die Parade von dem Mondiali Park zum Marktplatz in Montecchio. Daran nahmen 4000 Leute teil, die sich mit Transparenten und Fahnen schmückten. Vorne weg ging eine geniale Samba-Truppe, die den ganzen Weg über Stimmung machte. Was für eine Kondition!! Neben bei sangen auch noch die verschiedenen Fangruppen und immer wieder wurde in den buntesten Farben gezündet. Einfach nur bombastisch! Der Marsch stoppte auf dem wunderschönen Platz in der Innenstadt von Montecchio. Die Samba-Gruppe ging in die Mitte des Platzes und die Menschen bevölkerten um restlichen Marktplatz.

Dazu wurde getanzt und gefeiert.
Von da ging es mit allen Teilnehmern direkt zurück in die Konzert-Arena. Die Tribünen waren voll besetzt und es herrschte eine aufregende, knisternde Stimmung. Plötzlich begann eine Kapelle „Bella Ciao“ zu spielen. Die Masse stimmte mit ein und man sah Leute, die sofort ihre linke Faust dem Himmel entgegen streckten und mit absoluter Leidenschaft und Tränen in den Augen mitsangen. Gänsehaut Stimmung! Danach begann eine Band zu spielen und heizte noch mal kräftig ein. Die meisten von uns gingen erst mal zurück zu den Zelten um zu chillen und diese überwältigenden Eindrücke zu verdauen.
Später drehte man noch ein paar Runden über das Gelände, wobei die Ultras mal wieder völlig abgegangen sind im Restaurant.


Samstag, 15.7. (Einzug in die Finalrunde und Kollektiv-Eskalation)

Am frühen Morgen. Basti: „Heute möchte ich lernen!“. Bereits vor unseren beiden Spielen war für uns klar: Wir müssen beide Spiele gewinnen um in die Finalrunde einzuziehen. Um 10 Uhr mussten wir gegen „Gate 13“ aus Athen antreten. Die Ultras von Panatinaikos hatten vorher alle drei Spiele gewonnen und waren Tabellenerster. Um 12 Uhr folgte dann das entscheidende Spiel gegen „Rude sozial club“ aus Paris.

Gate 13 – Zwote 2:3
Tore: Jonas, Robin (2)

Die Griechen begannen topmotiviert und man merkte, dass sie unbedingt gewinnen wollten. Wir hielten aber dementsprechend dagegen und so entwickelte sich ein kampfbetontes gutes Spiel. Gate 13 ging nach einer Ecke mit 1:0 in Führung, doch Jonas konnte noch vor der Pause mit einem schönen Volleytreffer ausgleichen. Nach der Pause waren wir besser und gingen durch einen verdeckten Schuss von Robin mit 2:1 in Führung. Kurz danach vollendete Robin einen schönen Spielzug aus kurzer Entfernung zum 3:1. Wir hatten sogar noch Chancen zum höheren Sieg, hinten standen wir recht sicher. Das Gegentor fiel kurz vor Schluss, nach einer Ecke. Verdienter Sieg

Zwote . Rude Sozial Club 2:1
Tore: Jonas, Robin



Vor dem Spiel war klar: Der Sieger zieht in die Finalrunde ein. Erstmals spielten wir mit sechs Feldspielern, Auf dem kleinen Feld blieben Chancen erst mal Mangelware, die Spannung diktierte das Geschen. Bei einer Ecke schossen die Franzosen Robin vors Schienenbein, der den Ball ins eigene Netz abfälschte. Doch kurz vor dem Halbzeitpfiff machte Jonas mal wieder den Ausgleich. Gut fürs Zwote Herz. Die zweite Halbzeit war von der Spannung nicht zu überbieten, die Fans beider Lager drückten ihren Lieblingen die Daumen. Eine kleine Szene machte den Unterschied letztendlich aus. Thilo machte einen langen Abwurf, den Jonas an den Pfosten verlängerte. Robin stand goldrichtig und brauchte den Ball nur noch über die Linie zu drücken. Wahnsinn! Der Traum ist perfekt, die Zwote zieht in die Finalrunde der WM ein.


Nach diesem traumhaften Erfolg galt es erst mal die hungrigen Spieler mit Bier und Brot zu versorgen. Also mal wieder schnell in den Supermarkt.

Banjo war völlig begeistert von der Schönheit der beiden älteren italienischen Fleischthekenbedienungen. Zurück an den Zelten, zauberte uns Hochofen-Fenne einen traumhaften Salat, dazu gab es leckeres Brot mit Tomaten und Morzarella. Mh, lecker. Langsam wurde dann mit Bier und Wein forciert, schön lustig unterm Pavillon sitzen, Blödsinn reden und lachen. Der Amok begann dann gegen 17.30 Uhr mit vier Runden „Holgern“. (aus Stephans: 117) 1. Runde: Ingo zieht drei mal die „9“ und muss anschließend in den Busch um sich zu übergeben. In der zweiten und dritten Runde scheint nichts Außergewöhnliches zu passieren, außer dass alle gleichzeitig den Pegel erreichen. Ingo hat schon die Phase erreicht, in der er sich beim Pinkeln immer hinknien muss, um nicht umzukippen.

In der 4. Runde steigt dann „Vollstramm-ich-muss-heute-lernen-Basti“ ins Spiel ein. Direkt in der ersten Phase zieht er eine „9“, nach ein paar Schluck dreht er total durch und bewirft die anderen Mitspieler mit Bier. Bei der nächsten Karte fügt Christoph die Regel ein vor jedem Trinken „Basti ist ein Pfosten“ zu singen. Anschließend zieht Brenne eine „10“, die er komplett an Basti übergibt. Nachdem er vergessen hat „Basti ist ein Pfosten“ zu singen, musste er laut Regel zusätzliche 10 Schluck trinken. Aber soweit kommt es erst gar nicht. Basti rastet jetzt komplett aus und die asoziale Bierschlacht beginnt.

Amok-Basti eröffnet den Reigen mit Oettinger Dosen-Pils. Thilo kontert, in dem er Basti eine ganze Wanne mit Mock-Wasser übern Kopf schüttet. Christoph legt mit einer schön klebrigen roten Fanta nach. Brenne kippt dem Drahtzieher der Attentate Wurstwasser über den Kopf, findet das selber so ekelig, dass er sich dabei übergeben muss. Alle stehen total ab, kleben überall und sind granatenvoll.

Die meisten gehen sofort unter die Dusche um die Fliegen los zu werden, dabei werden viele leider oder zum Glück wieder nüchtern. Nur einer nicht: Der schöne Sponti. Er kommt auf die glorreiche Idee sich hinzuknien und seinen Arsch bemalen zu lassen. Als Banjo gerade dabei ist ihm einen Schmetterling auf den Allerwertesten zu zeichnen, lässt Lugo als kleines Dankeschön erst mal einen fahren.

Danach kippt er nach vorne um. Nach diesem Kollektiv-Absturz wuseln ein paar Leute über das Gelände, andere sitzen weiter unterm Pavillon und beöddeln sich. Thilo legt sich nach dem Exitus für vier Stunden auf die Liege und erholt sich erst mal von der anstrengenden Bierschlacht. Als Christoph ihn fragt wo denn die Batterien sein, antwortet er immer völlig dicke „in Griechenland“.

Als wir später auf dem Weg zu den Konzerten sind, treffen wir auch Martin, der sich gerade zwei dicke Köpfe reingeballert hat. Immer wieder sagt er: „Ich hab’ mir heute nen Schnitzel gekauft“ und lacht sich dabei kaputt.

Als Thilo später für ne kurze Zeit wieder fit ist, geht er mit den anderen zu den Konzerten, legt sich dort aber wieder prompt hin und schläft wieder ein. Ständig kommen Leute und fragen ob alles in Ordnung sei, Thilo reagiert darauf überhaupt nicht. Erst als eine Frau versucht ihm das Bier wegzunehmen, springt er sofort auf und verteidigt die Kanne.


Sonntag, 16.7. (Finalrunde und Abreise der Bulli-Besatzung)

Um 11 Uhr hatten wir das erste Finalrundenspiel gegen TPO. Unbekannter Gegner aus Italien. Zum ersten Mal spielten wir auf einem anderen Platz, der etwas größer war als unser alter.

Zwote – TPO 2:0
Tore: Jonas (2)

Wir spielten sogar mit Taktik. Ingo, Sascha, Janni und Ottmar bildeten den Verteidiger Block und Jonas und Robin sollten vorne für Gefahr sorgen. Das ging auch zu 100% auf. Wir ließen fast keine Chancen zu und die wenigen hielt Thilo sicher. Jonas schoss uns in der ersten Hälfte mit einem fulminanten Schuss in Führung. Zweite Halbzeit waren wir noch sicherer und Jonas erhöhte mit einem Abstauber auf 2:0. Danach hätten wir sogar noch höher gewinnen könne, aber wie schonten unsere Kräfte ein wenig.

Vor dem nächsten Spiel mussten wir mal wieder ein ungewohntes, neues Hindernis überwinden. Ingo schurzte sich vor dem Spiel in die Hose und der braune Fleck hinten störte ihn dann doch zu sehr beim Spielen, so dass er einen kleinen Zwischenspurt zu den Zelten einlegen musste um sich frische Sachen zu besorgen.
Im 16tel Finale trafen wir auf Republica Internationale, eine Mannschaft aus England, die es schon seit 1984 gibt. Wir spielten auf Feld 9, dem kleinsten der 17 Mondiali Fußballfelder. Das kam uns nicht direkt entgegen, da wir so unsere körperlichen Vorteile nicht ausnutzen konnten. Egal, auf jeden Fall hatten unsere Spieler auf dem Platz eine Gänsehaut, als die Republica Fans anfingen zu singen. „Olé olé, olé olà for Republica…”


Zwote – Republica 1:2
Tor: Janni



Auf dem kleinen Feld gab es zu Beginn keine großen Chancen. Wir versuchten das Spiel aufzubauen, doch Republica schockte uns mit dem 1:0. Nur wenige Sekunden später machten sie das 2:0. Danach nahmen wir das Herz noch mal in die Hand und gaben alles, doch Republica stand hinten richtig gut und machten uns das Spiel richtig schwer. Janni verkürzte in der zweiten Hälfte zwar noch auf 1:2, doch zu mehr reichte es leider nicht.


Gegen eine sympathischere Mannschaft als „Republica“ konnten wir nicht ausscheiden, also mal wieder alles richtig gemacht. Mit dem Einzug in die Runde der besten 32 Mannschaften konnten wir einen der größten Triumphe in unserer Geschichte feiern. Man könnte es eventuell vergleichen mit einem Einzug von Trinidad und Tobago ins Viertelfinale der Profi-WM. Sensationell!
Diesen riesigen Erfolg feierten wir per Hochbetankung unterm Pavillon mit Super-Snaps. Vor allem Torben gönnte sich den einen oder anderen Schluck und erfreute uns mit seinen „Und noch eine Rückwärtsrolle für ne 3, Herr Franke“. Im Viertelfinale unterstützten wir noch mal Republica und schenkten ihnen unsere restlichen Buttons. Darüber haben sie sich total gefreut und die Dinger auch direkt umgemacht.
Um 16.30h folgte dann die stimmungsvolle Siegerehrung, viele Teams wurden mit vielen verschiedenen Auszeichnungen geehrt und dementsprechend von der vollbesetzten Arena gefeiert. Den wichtigsten Kulturpokal gewannen unsere Freunde von „Republica International“, bei den Glückwünschen wurden wir kollektiv beknuddelt und beküsst.

Danach mussten wir den Großteil der Zelte abbauen, da der Bulli gegen 19 Uhr wieder Richtung Heimat fahren sollte. Wir verabschiedeten uns gemeinsam im Kreis, Robin hielt noch eine kleine Dankesrede an alle Beteiligten. Ein großes Dankeschön an Jelka und Davut, die uns über die ganze Woche so prima begleitet und unterstützt haben, ein großes Dankeschön an alle Zwote-Tischer, die dabei waren, ein großes Dankeschön an die Veranstalter, ein großes Dankeschön an die Mondiali.


Die 15 Zugfahrer blieben noch eine Nacht und der Großteil ging abends noch einmal für zwei Stunden in eine Pizzeria um lecker zu essen und sich noch mal über alle Erlebnisse zu freuen. Danach gingen wir noch mal zu den Zelten von Republica, wir tauschten unsere unterschiedlichen Erlebnisse aus und tranken zusammen das ein oder andere Fan-Getränk. Brenne schlug nebenbei noch Frau Brüning weg und alle waren zufrieden.


Montag, 17.7. (Abreise, Milano, Nachtzug)

Morgens war noch einmal Endreinigung angesagt. Die restlichen Zelte wurden zusammengebaut und der Platz wurde richtig gesäubert und ordentlich hinterlassen. Brenne kotzt noch mal gepflegt vom Liegestuhl, dabei wird er von allen anderen ordentlich angefeuert. Unsere ganzen Klotten stopften wir in Einkaufswagen und schoben diese nach Montecchio. Brenne übergab sich dabei zum x-ten Mal wegen des Gestanks auf der Brücke. Dies tat er im Übrigen immer wenn er über die stinkende Brücke ging, Müll weggebracht hat oder nur an Müllwagen dachte. Highlight in dieser Serie war dann als er seine Hand vor seinen Mund hielt und an sich selber roch. Davon musste er kräftig würgen und sich beinahe übergeben. Um 11 Uhr fuhr dann der Bus nach Parma. Gemeinsam mit Republica und dem Gepäck nahm man fast den ganzen Bus in Beschlag. Während der Busfahrt stieg eine ältere italienische Dame ein, die sich tierisch in Robin und Thilo verliebte. Sie hatte bei jeder Haltestelle Angst, dass die beiden aussteigen würden. Am Parmer Bahnhof wurde Robin von oben bis unten abgeknutscht und die Lady war beglückt. ;-)
Auch der Abschied von Republica fiel recht herzlich aus und man erntete noch mal einige Küsse. Fenne, Thilo, Fob & Banjo machten es sich ein wiederholtes Mal in der schönen Bahnhofskneipe gemütlich.
Um 13 Uhr fuhren wir dann mit der Regionalbahn weiter nach Milano, wo wir unser ganzes Gepäck abgaben und die Stadt besichtigten. Das erste was man sah war das asoziale Bahnhofspack, das sich erst mal einen spritzte.


Ein Teil fuhr per Metro zum Dom, der andere Teil ging zu Fuß. Der Anblick der Innenstadt war dann recht schön und anschließend war man auf dem Weg zu einer Pizzeria. Allerdings war alles rund um den Dom restlos überteuert, so dass man wieder Richtung Hauptbahnhof fuhr und dort für vernünftige Preise speisen konnte.
Danach deckte man sich noch mal mit diversen Alkoholika ein um ein letztes Mal auf die geilste Zwote-Fahrt aller Zeiten anzustoßen.
Um 21.20h fuhr dann der Nachtzug los. Wie auf dem Hinweg schlief der Großteil kurz nach Basel ein und kam recht fit in Dortmund an.


Dort noch mal den Bahnsteig mit unserer Anwesenheit beglückt und schon ging es per RE Richtung Herford. So das wars, peace out, ich bin draußen!